Mit vier Monate kam ich mit meinem Freund Malte über den Tierschutz nach Deutschland. Obwohl Malte genauso alt ist  wie ich, ist er wie ein großer Bruder für mich. Ich wurde auf der Tierstation geboren und hatte ein behütetes Leben. Als die ersten unbeschwerten Wochen meines Lebens vergangen waren, wurde Malte gebracht. Ihn hatten die Menschen auf der Straße aufgegriffen und er kam ihn in einen großen, dreckigen Zwinger, in dem schon viele andere Hunde auf einen neuen Besitzer warteten. Die Gitter waren wohl nicht das, was ersich von seinem Leben erhofft hatte und so fand er schon in der ersten Nacht einen Weg ins Freie. Nach zwei Tagen hielt ein Auto vor unseren Zwingern und Malte wurde ausgeladen. Sie hatten ihn wieder eingefangen. Er unternahm jedoch noch etliche Versuche, um seine Freiheit zu behalten und fast alle waren erfolgreich. Doch es half ihm nichts, jedes Mal wurde er zurück gebracht, worüber ich sehr froh war. Nach einiger Zeit steckte man uns gemeinsam in eine kleine Box und befestigte sie auf der Pritsche eines Transporters. Die Fahrt war holprig und wir wurden kräftig durchgeschüttelt. Als das Auto anhielt, trug uns jemand zu einer Maschine mit einem unheimlichen Bauch. Die Menschen nennen es Flugzeug erfuhr ich auf den Weg dorthin. Ich war wirklich froh, dass Malte bei mir war.

Nach endlosen Stunden in dem dröhnenden Ungeheuer und einer weiteren Autofahrt durften wir endlich aus der Box heraus. Freundliche Menschen gaben uns Wasser und Futter. Wir waren zusammen in einem sauberen, geschlossenen Raum. Es kamen immer wieder Menschen, die uns anschauten, entweder Malte oder mich, aber nie zusammen. Die Menschen wollten uns vermutlich trennen, aber damit waren wir nicht einverstanden.

Nach ein paar Tagen hatten sich wieder Menschen angemeldet, die nur Malte sehen wollten. Mir gelang es diesmal nicht von seiner Seite zu weichen und kam mit ihm zusammen in den Raum, in dem eine Frau und ein Mann waren. Sie knieten auf dem Boden und schauten uns zu. Malte, der immer hungrig ist, hatte schon längst die Leckerlies in der Nase und suchte danach. Er fand sie überall im Raum verteilt. Die Menschen machten nichts weiter als uns zu beobachten. So suchte auch ich, um noch ein oder mehr Leckerlies zu erwischen. Als wir alle gefunden hatten lockten sie uns zu sich. Sie waren freundlich und sympathisch, daher sprangen wir auf sie zu und ließen uns kraulen und streicheln. Dann nahmen sie uns jeweils an die Leinen, standen auf und gingen mit uns ins Freie. Endlich konnten wir wieder richtig lange die Natur sehen und riechen. Natürlich zerrten und zogen wir, es gab ja auch so viele interessante Gerüche um uns herum. Als wir wieder zurück waren, verabschiedeten sie sich herzlich bei uns und fuhren in einem Auto davon. Malte und ich waren uns einig, es wäre schön, wenn sie wiederkommen würden und wir ein neues Zuhause gefunden hätten.

Wenige Tage später kamen sie wieder und wir sprangen vor Freude an ihnen hoch. Vor lauter Aufregung konnten wir nicht stillhalten und es war schwierig uns an die Leine zu nehmen. Raus, wir wollten raus in die Natur. Doch diesmal war es nur eine kleine Runde. Was war passiert? Und dann sahen wir es – ein Auto. Wir durften einsteigen und fuhren alle gemeinsam weg. Die beiden Menschen unterhielten sich während der Fahrt und dabei hörten wir Sätze wie –  es werden gute Rettungshunde … Safina bilden wir zum Flächensuchhund aus … Malte wird ein ManTrailer.

Natürlich wussten wir damals noch nicht was ein Rettungshund ist, waren aber ganz gespannt und stolz. Wir werden Rettungshunde!

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