Da der Ursprung des ManTrailing aus Amerika kam und dort bereits seit vielen Jahre betrieben wurde, bis sich diese Sucharbeit auch in Europa und Deutschland durchsetzte, wird oftmals der Bloodhound als der idealer ManTrailer angesehen. Aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen, kann ich dies nicht bestätigen. Zum einen haben wir in Deutschland andere Verhältnisse, Bedingungen und Anforderungen als in Amerika, zum anderen sind nicht nur rassespezifische Kriterien für einen guten ManTrailer maßgebend. Ein guter, bzw. sehr guter ManTrailer kann ein Jagd-, Schweiß-, Hüte-, Treibhund, oder auch ein Mischling werden. Wichtig ist eine starke Bindung zwischen Hund und Hundeführer, gegenseitiges Einfühlungsvermögen und hohe Leistungsbereitschaft.

Ein guter ManTrailer

Wenn der Hundeführer die Mühen auf sich nimmt, seinen gut sozialisierten motivierten und triebigen Hund „lesen“ zu lernen, Vertrauen zu ihm aufzubauen, mit einem erfahrenen Ausbildungsteam 1 – 2 Mal pro Woche zu trainieren, so sind dies gute Bedingungen, für den Hund, ein guter ManTrailer zu werden. Es sollte jeder ManTrailer seine Grundaufgaben erfüllen können, aber nicht jeder Hund ist auf allen Ebenen gleich gut geeignet. Sie unterscheiden sich wie wir Menschen. Jeder hat seine Stärken und seine Schwächen. Wir als Hundeführer sollten sie erkennen und entsprechend darauf eingehen und in allen Bereichen fördern.
Ich persönlich tendiere als geeigneten ManTrailer und Kameraden zu Jagd- bzw. Schweißhunden. Sie haben durch ihr genetisches Potenzial Eigenschaften, die als Grundlage zum ManTrailen sehr dienlich sind, mit der Konsequenz, dass diese Hundearten nicht immer einfach bzw. bequem im Alltagsleben sind.

Malte, mein ManTrailer

Er ist ein Braque Saint-Germain, kam mit vier Monate über den Tierschutz aus Malta und lebt seitdem bei mir. Mit ca. zwei Jahren absolvierte er seine erste Prüfung als ManTrailer und ist seitdem aktiv bei der Vermisstensuche im Einsatz. Mit seinen nunmehr 10 Jahren ist er ein sehr erfahrener und routinierter Hund geworden. Gemeinsam haben wir seitdem jährlich 30 – 60  Sucheinsätze. Wir trainieren 1 – 2 Mal pro Woche in unserer Rettungshundestaffel unterschiedliche Trails mit vielseitigen Situationen und Aufgaben.
Malte war ursprünglich ein lebhafter Rüpel, der nur sehr schwer lesbar war. Heute arbeitet er gründlich, sorgfältig und selbstständig mit einer deutlichen Körpersprache. Seine Motivation ist die Spur selbst, besonders wenn sie über 24 Stunden alt ist. Die Herausforderung von schwierigen Passagen wie weite Plätze, enge Gassen, große Kreuzungen, sowie unterschiedliche Untergründe, geht er konzentriert und freudig an. Seine größte Belohnung ist das Auffinden der gesuchten Person.

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